Graphikdesign und Fotografie

Simone Naumann - graphic-o-rama.de

Als Fotografin muss man sehr neugierig sein, da macht die Neugierde auch vor der  Produktfotografie keinen Halt.
Ich will möglichst alles sehen, wissen, riechen, fühlen. Kurz gesagt, wenn ich ein Bild gestalte, dann muss ich jedes Detail kennen. Jedes Produkt fasziniert mich und macht mich neugierig. Mich interessiert die Herstellung und Materialverarbeitung, die Eigenschaften und der Gebrauch. Ich lerne nicht nur das Produkt intensiver kennen, sondern das dahinter stehende Gesamtkonzept. Ich ertaste Formen, betrachte Farben, untersuche Funktionen, tauche ein in die Idee und entdecke eine vollständige Erzählung. Diese Expedition ins Design ist geprägt von dem mutmaßlichen Eindruck des späteren Betrachters. Schließlich soll meine Produktfotografie Aufmerksamkeit erzeugen, es soll gefallen, faszinieren und nachhaltig beeindrucken. Der Betrachter wird in den Bann des Produktes gezogen,  um die spätere Kaufentscheidung, natürlich für das Produkt,  zu fällen. Dabei ist es nebensächlich, um welches Produkt es sich handelt, ob Streichholzschachtel oder Luxuswagen, es gibt immer ein Konzept, eine komplette Geschichte, die der Fotograf in seiner Aufnahme umzusetzen weiß.

Simone Naumann Fotografie - graphic-o-ramaUnter dieser Prämisse, arbeitete ich an einer umfangreichen fotografischen Dokumentation der Designprodukte des Grafikers und Illustrators Kai Büschl.
Ich begab mich dabei auf eine Entdeckungsreise in seine unendliche Welt der kreativen Ideen.
Sein Design leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zum Gesamtwerk eines anderen Künstlers. Kai Büschl bringt auf den Punkt, hebt das Einzigartige hervor und setzt ein Gesamtkonzept sichtbar um.
Dagmar Martin, Abteilung Text und PR, und ich trafen uns mit Kai Büschl zum Lunch und möchten Ihnen die Begegnung mit diesem sympathischen und interessanten Grafiker, Kalligraphen und Illustratoren nicht vorenthalten.

Simone Naumann Fotografie - graphic-o-ramaHell Yeah! der Graphikdesigner und Illustrator Kai Büschl
von Dagmar Martin
Neulich in Schwabing konnte ich wieder die wirklich angenehmen Aspekte meiner Jobbeschreibung wahrnehmen, nämlich interessante Menschen kennen zu lernen. Diesmal den Graphikdesigner Kai Büschl. Auf den ersten Blick entspricht Kai ziemlich genau dem einen oder anderen optischen Klischee eines Grafikdesigners, aber die Stereotypisierung kann sofort in der Schublade verschwinden, denn Kai Büschl, Grafikdesigner und Illustrator,  2005 Gastprofessor an der HBK Saar, seit 2012 Dozent an der Designschule München, eigenes Kommunikationsbüro graphic-o-rama in Schwabing und Mitstreiter der Lazydogs Typefoundry, eine Heimatadresse für Schriftfamilien, hat wenig Zeit, Hunger, und viel zu sagen.
„Der Weichkäse ist mein Held“! – abgeschreckt von dieser Aussage eines Werbeschaffenden während eines Agenturpraktikums war Kai Büschl früh klar, dass sein Weg ein anderer sein würde. Jenseits greller Produktwerbung und Selbstinszenierung führte dieser in die Musikszene, die noch heute einen großen Anteil seiner Kunden stellt.
Auf 12×12 cm CD Cover entstehen Kunstwerke, die sich auch auf Plakaten oder T-Shirts wieder finden. Am schönsten ist es für den Graphikdesigner, wenn das vorher erarbeitete Konzept aufgeht, zu sehen am Album „Sportfreunde Stiller MTV unplugged live in New York“, wieder belebte 70-er Jahre, Schrift wie Neonröhrenreklame,  schlängelt sich auf rauchiger schwarzweiß Fotografie. Der Künstler reflektiert seine Musik, der Graphikdesigner das Gesamtkunstwerk, entwickelt ein Corporate Design, dass zum Produkt passt. Hört sich leicht an, sieht zumindest bei den vielen, vielen CD Covers, die Kai schon entwickelt hat, unglaublich unangestrengt aus, ist aber mit einer immensen konzeptionellen Vorarbeit und großem künstlerischem Talent verbunden.
Kai Büschl Designs sind hintergründig, selten frei von Anspielungen und immer wieder retro, mit Anleihen und Querverweisen auf vergangene Designs und Trends. Klare Linien und wenig Schnickschnack machen seinen Stil aus, selbst rosarote Bambis können da cool wirken. Besonders haben es mir persönlich seine gekonnten Letterings angetan, zur besseren Veranschaulichung mal  „Cake“ auf der feinen, aufgeräumten Website anschauen. Und wem beim Anblick von „Hell Yeah“ nichts mehr einfällt, dem ist wahrscheinlich einfach nicht zu helfen, so eindringlich ist das Logo.
Kai Büschl ist es wichtig, mit dem Produkt auch etwas anfangen zu können, niveauloser Mainstream ist nicht sein Ding,  aber wenn Mainstream individuell und niveauvoll werden möchte, bietet er gerne seine Unterstützung an.
Fotographie benutzt er bei etwa der Hälfte seiner Arbeiten. „Manchmal tut mir der Fotograf schon leid“ ,lächelt Kai Büschl, „der macht ein tolles Bild mit toller Bildkomposition und dann komm ich und muss den Text drüber setzten“. Fotos sind für ihn wichtig, wenn es authentisch, dokumentarisch und um eine exakte Darstellung geht, ein Graus sind für den begeisterten Kalligraphen, im Photoshop manipulierte Bilder. Solche findet man bei Kai Büschl natürlich auch vergeblich.
Kürzlich Vater geworden ist der Schlafentzug schon ein Thema,  aber auch die Vergänglichkeit des Designs. „In zehn Jahren kloppen wir eh das Meiste in die Tonne“. Das hört sich hart an, aber Kai Büschl ist Realist, wenn es dank Internet irgendwann keine CDs mehr gibt, dann gibt es ja immer noch Bücher, Filme, Plakate und vieles mehr das, Medien unabhängig, einem Corporate Design entgegenstrebt.
Auf die Frage,  mit wem er noch vor dem Untergang des CD Covers zusammenarbeiten möchte, muss Kai Büschl etwas länger nachdenken. „Tot oder lebendig?“ kommt die Gegenfrage. Kai entscheidet sich dann aber doch für einen Lebenden, die Wahl fällt auf Dave Grohl. „Tja und wenn der jetzt ein Riesen….. ist, habe ich mal Pech gehabt!“ sinniert Kai. Nein Kai! Das ist eine gute Wahl, Courtney Love`s Sicht der Dinge ist diesbezüglich sicher eine Einzelmeinung.

Kai Büschl www.graphic-o-rama.de 

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